Martin "Merten" Großkurth - Hammond/Keys

Im Frühling des Jahres 1958 begab es sich, daß ein kleiner Junge uuuunbedingt Klavierunterricht erhalten sollte. Und siehe, zur allgemeinen Überraschung fand jener Gefallen am Tastendrücken und übte freiwillig!!!, so daß er im Jahre 1960 sein erstes kleines Klavierkonzert geben konnte. In seinem 14. Lebensjahr -einer Zeit, die man Beat-Aera nannte- befand dieser Knabe nun, daß es mit Drum-Sticks um ein vielfaches leichter sei an Mädels heranzukommen, als mit mit einem (zugegebenermaßen utopischen) Klavier (oder Beethoven-Noten...) unterm Arm. So bekniete er seinen Erzeuger solange, bis dieser ein gebrauchtes Drum-Set käuflich erwarb. ...und damit fing das ganze Elend an. Im Keller trommelnd ('mal allein, 'mal mit seiner Schülerband -fünf Gitarren über ein Radio-) wurde er alsbald d e r Streßfaktor der Nachbarschaft. Sein Vater gab ihm daraufhin den folgenschweren Rat, sich seiner erworbenen Klavierkenntnisse zu besinnen, und, wenn es schon unbedingt diese gräßliche Negermusik sein soll, es mit Orgel zu versuchen. Kurz, das Drum-Set wurde verkauft und eine "Hohner Symphonic 30" (gebraucht) erstanden. Für die Ohren eines heutigen Durchschnittsmenschen wäre dieses Teil vermutlich die personifizierte vorsätzliche Körperverletzung! Solchermaßen und mit einer gehörigen Portion Selbstüberschätzung ausgerüstet heuerte er bei einer semiprofessionellen Kasseler Beat-Band (The Prisoners, die Combo gibt's heute noch!) an. Unser Bube konnte nun, da der Rubel rollte, im Frühjahr 1969 (als Schüler!!!) eine HAMMOND T-100 (kostete soviel wie ein AUDI-Viertürer) käuflich erwerben. Und weil es eben die "Golden Sixties" waren, in denen er (nicht nur) musikalisch aufwuchs, lernte er die Orgel mit Hilfe der Protagonisten jener Zeit (Keith Emerson, Brian Auger, Jon Lord, etc.....) auch einigermaßen bedienen. Im Zuge dieser "Lehre" studierte er zunächst Harmonielehre -zuerst autodidaktisch, später am Kasseler Konservatorium mit Hauptfach Klavier- und begann, Liedchen (Instrumentals) zu schreiben. Mit der technischen Entwicklung im Keyboardsektor ergab sich notwendigerweise die Beschäftigung mit Synths, Samplern, Kompostern. Keine Schwierigkeit für ihn, aber seine "stille Liebe" galt (und gilt) immer der "alten" Hammond und natürlich dem Klavier. Im Laufe seines über 50-jährigen Muckerdaseins hat er so ziemlich alle musikalischen Stile durch- und mitgemacht, will heißen von der " Dicke-Backen-Musik" (Aushilfsbasser mit der Hammond bei einer Blaskapelle), über Gala-Band (Bernd Hampel Showband), Jazz-Rock, Freejazz, Bar-Musik und natürlich Klassik bis zu seinem eigentlichen Metier, dem Hardrock. Diese (irritierende?) Vielfalt gründet sich nicht auf einer irrationalen Suche nach dem "Stein (Stil) der Weisen", sondern im Verlangen genau zu wissen, über was man eigentlich im Moment gerade lästert. Zu hören ist dieser "Rock-Opa" zur Zeit live mit der Oldie-Band Saddle Up und natürlich mit der Neuformation der 70er Jahre Kultband Mertens Manufaktur.