Geschichtliches

(Kapitel 1)

Zur documenta 5 im Jahr 1972 fanden fast täglich in der Disco/Kneipe der Orangerie sogenannte "Sessions" in stetig wechselnden Besetzungen auf der Basis von freien Getränken, vorzugsweise die ebenso legendäre wie leckere Gerstenkaltschale der Brauerei Kropf zu Kassel, statt. Für mich und meine "Emma"*, welche 2 Zentner auf die Waage bringt, war es dennoch machbar, denn über dem Lokal befand sich ein vom Staatstheater Kassel veregssener Lagerraum, den einige Kollegen als "günstigen" Proberaum und Remise nutzten. Während besagter Sessions kristallierten sich im Laufe der Zeit "Lieblingsformationen" heraus. Daraus entstand die allererste (und einzige!) Trio-Besetzung der Manufaktur. Jörg "Rabbi" Schroeder (Bass/Gesang), Michael "Mick" Krüger (Drums) und ich wollten auf der Grundlage des Jazz-Rock eigene Werke der Welt an den Gehörgang nageln. Brian Auger, Keith Emerson, Mike Ratledge, aber auch Trompeter wie Don Ellis oder Bill Chase dienten uns zufürderst der Inspiration. Der Hammondorgel kam natürlich eine tragende Rolle zu, aber auch der Flügel wurde -je nach Ausstattung des Örtlichkeit- mit einbezogen. Legendär war dunnemals unsere Bearbeitung von "A Salty Dog" von Procul Harum, die Jörgs herausragende Stimme in den Vordergrund schob. Ein Synthesizer war zu jener Zeit für uns schlicht unbezahlbar. So eine Kiste war so ab DM 10 000,- (zehntausend, kein Schreibfehler) zu bekommen. Aber ich hatte ja noch meine erste Orgel, eine Hohner Symphonic 30N im Keller. Jene benutzte ich schon in Vor-Manufaktur-Zeiten (z.B. mit dem Orgel/Drums-Duo "Facelift"), um mit einem Verzerrer und einer "molto legato"-Spielweise wenigstens annähernd einen Synthklang zu erzeugen.

*so hatte ich meine Hammond T-100 getauft. Es sei hier dem geneigten Leser unbenommen, über den Ursprung dieses Namens zu reflektieren...